Und täglich grüßt… der Ami-Bomber?

Und täglich grüßt das Murmeltier. Gewissermaßen murmelt es nicht mehr, es schreit geradezu. Wo Bush anfing, bei einem vollkommen sinnlosen und überhasteten Militäreinsatz in Afghanistan, da hört Obama, ein Friedensnobelpreisträger gar nicht erst auf. Gewissermaßen war Bush noch angenehmer, denn der war dem Friedensnobelpreis in etwa so nah, wie eine Nacktschnecke dem Titel der Miss World. Was darf man also von Obama noch erwarten?

Zumindest eines darf man attestieren: Die Befürworter eines Friedensnobelpreises auf Pump haben sich verschätzt. Mit erreichten Leistungen allein wird der Preis nicht begründet werden können, deswegen erzählen wir von Leistungen, die noch kommen mögen. Der Messias doch ist unter uns.

Wahrscheinlich hoffte man, man könne die amerikanische Politik durch diese Symbolik beeinflussen – nun, falsch. Die amerikanische Terror-Paranoia fordert doch mehr Tribut als man dachte, mehr jedenfalls, als die Stockholmer Ehrung aufzuwiegen in der Lage ist.

Aber als Gedankenspiel: Was wäre, wenn ein amerikanischer Präsident auf einen solchen Anschlagsversuch mal ganz anders reagiert? Allein die Planungen eines Militärschlag heben nicht eben das Ansehen der USA in der Welt, noch dazu, wenn es doch genau so aussieht, wie nach dem 11.09.2001; mit dem kleinen Unterschied wohlgemerkt, dass hier gar nichts passiert ist. Was darf man also erwarten, wenn demnächst die Bomber über dem Jemen dröhnen und zielgenau daneben schießen? Wie oft braucht man noch diese hochpräzisen Waffen, um nächtlich umherwandernde Zivilisten zerplatzen zu lassen?

Wie wär’s eigentlich mal mit einem Gegenplan? Wie wär’s, wenn die USA mal – gar nichts tun? Nahezu die ganze Welt könnte sich uneingeschränkt solidarisch erklären. Das, was nach der Einäscherung des World Trade Centers schon interessant gewesen wäre, wäre hier noch eher angezeigt. Warum will man jetzt im Jemen rumschießen, wenn das (psychologisch sicher eher gerechtfertigte) Rumballern in Afghanistan schon nur leidlich erfolgreich war? Wie wär’s gewesen, was wäre passiert, wenn schon Bush einfach gesagt hätte: „Ok, das war alles schlimm, aber wir sind da einfach machtlos, wir haben keine Ahnung, in welcher der geschätzten 3 Millionen Berghöhlen in Afghanistan Osama gerade residiert? Diese Wahrheit musste die Öffentlichkeit eh erfahren. Der Krieg hat aber einiges an Porzellan zerschlagen. Zugegeben, es gab einige Verbesserungen, siehe Schule für Mädchen etc., aber im Vordergrund stand das doch nie. Im Vordergrund stand: „DA MUSS MAN DOCH WAS MACHEN!“ Hauptsache, man macht was. Egal was. Wie immer halt. Alle Jahre wieder. Man könnte auch sagen: Frohes Neues…

~ von lowestfrequency am 31. Dezember 2009.

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