Mehdorns Nachfolger – was zu erwarten war…
Der Daimler-Manager Rüdiger Grube soll Mehdorn als Bahn-Manager nachfolgen, so berichtet die Tagesschau. Damit setzt sich der bisherige Kurs fort, der Abgang Mehdorns wird also keine Kursänderungen bringen, wenn der Verkehrsminister sich mit dem Vorschlag durchsetzen sollte.
Wieder kommt, nach Heinz Dürr (auch Daimler-Vorstand) zu Beginn der 90er-Jahre und Mehdorn, der diverse Stellen an Leute aus Rüstung, Straßen- und Luftverkehr vergab, ein Bahn-Chef, der von der Bahn grundlegend keine Ahnung hat, und bei dem sogar Interessenkonflikte zu erwarten sind. In diesem Zusammenhang sollte daran erinnert werden, dass die Straßenbahnen von Los Angeles einst stillgelegt wurden und in mühevoller, jahrelanger Recherche-Arbeit nachgewiesen werden konnte, dass nicht zufällig Autobauer und Reifenhersteller in der Chef-Etage das Sagen hatten, sondern die Stilllegung geplant war. Gleiches sollte hier auch kritisch begutachtet werden, da zwar keine Unternehmen bei der Bahn eingestiegen sind, aber doch Leute, die schon in Lohn und Brot bei direkten Konkurrenten stehen.
Auch sollte man daran erinnern, dass Grube als Strategie-Chef auch an den Zukäufen von Chrysler oder Mitsubishi bei Daimler beteiligt war – es ging, Schrempp war damals zuoberst, gigantisch in die Hose. Mehdorn hatte bei Zukäufen bei der Bahn ähnliches Glück, mit Grube ist wohl keine Änderung zu erwarten.
Ebenfalls ist wohl, bei all den Parallelen, nicht zu erwarten, dass die bisherige Form der Kundenorientierung korrigiert wird. Es wird wahrscheinlich bei der Konzentration auf die Fernstrecken bleiben, die Bahn für die Flächenbewirtschaftung wird auf absehbare Zeit nicht mehr kommen. Vielleicht erinnert sich noch jemand an die InterRegios, die sinnvollerweise dazu dienten, Mittelstädte, die noch nicht ganz einen Fernstreckenanschluss lohnten doch schnell mit Fernbahnhöfen zu verbinden und so ein Bindeglied zwischen Fern- und Nahverkehr bildeten.
Schließlich ist auch noch die Spitzel-Affäre, die ja Anlass zum Rücktritt Mehdorns war, aufzuklären. Da hier systematisch versucht wurde, Gewerkschaften und andere Kritiker, vor allem zum Thema Börsengang auszumachen und im Konzernsinne unschädlich zu machen, muss auf diesem Punkt ein besonderer Fokus liegen; die Frage ist aber, ob Grube nicht doch in Mehdorns Fußstapfen treten will…



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