Earth Hour – unsinnig und gefährlich
Heute sollte es wieder so weit seit: 5 Minuten oder auch 1 Stunde, egal wie lange, aber es sollte mal wieder das Licht ausgehen. Nicht nur, dass die Signalwirkung vielleicht die eigentlich notwendigen Maßnahmen blockiert, weil man ja durch diese Stunde achso grandios der Umwelt geholfen hat, dass man die nächsten 2 Stunden im SUV durch die Gegend fährt, nein, solche Aktionen bergen auch Gefahren. Wenn zu einer bestimmten Zeit alle oder auch nur eine große Anzahl an Leuchten ausgeschaltet wird, sinkt der Gesamtstromverbrauch für diese Zeit immens. Das bedeutet, die Kraftwerke produzieren so viel Energie, dass die Netzfrequenz ansteigt, was in geringem Umfang nicht problematisch ist, bei höheren Abweichungen kommt es zu größeren Problemen bei der Synchronisierung. Abhilfe: Man lässt aus den Kraftwerken den Dampf ab – eine gigantische Energieverschwendung, aber nicht unmittelbar gefährlich.
Ein größeres Problem ist der Zeitpunkt, zu dem alles wieder das Licht einschaltet. Denn dann gibt es einen gigantischen Verbrauchsüberhang. Das kann zu einem Stromausfall führen, der zunächst lokal auftritt. Bei besonders großen Überanforderungen kommt es aber, wenn aus anderen Regionen Europas Energie geliefert wird, zu kaskadischen Ausfällen, da zunächst kleinere Leitungen ausfallen, dadurch aber größere Leitungen immer stärker belastet werden, bis sogar die Hauptleitungen ausfallen. Diese Szenario ist auch, laut meinem ehemaligen Elektrotechnik-Professor, der ein solches Szenario mal durchgerechnet hat, nicht völlig abwegig, wenngleich es nicht zwangsläufig zu einem Stromausfall kommen muss. Da aber Probleme durchaus zu erwarten sind, und diese Probleme auch nicht unwesentliche Risiken bergen, ist nur davor zu warnen, einen solchen Unsinn mitzutragen, auch wenn Politik und Promis gerne dafür werben.
Ich erinnere nur an die Aktion „Licht aus“ Ende 2007, die die taz mit der Aktion „Licht an“ konterkarierte, indem sie vorschlug, nicht für 5 Minuten das Licht auszuschalten, sondern in diesen 5 Minuten einfach alle Glühlampen durch Energiesparbirnen auszutauschen. Auch wenn dies, bedingt durch verschiedene Eigenschaften der Energiesparlampen, nicht der Weisheit letzter Schluss ist, kommt es dem Ziel, dem Schutz der Umwelt, doch erheblich näher, als diese symbolträchtige Energieverschwendung.



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